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Zähnepressen – Folgen für Deine Gesundheit

Der Zahnschmelz, aber auch das Zahnbein kann durch unterschiedliche Dinge negativ beeinflusst werden. Insbesondere wenn es zu einer Beschädigung des unter dem Zahnschmelz liegenden Zahnbeins (Dentin) kommt kann dies sogar bis zum Verlust der Zahnhartsubstanz führen.

Karies entsteht durch Bakterien, die Säure bilden und dadurch den Zahnschmelz angreifen. Experten sprechen von einer sogenannten Erosion, wenn Säure aus Getränken und der Nahrung den Abbau der Zahnhartsubstanz positiv beeinflussen. Während die zuvor genannten Schäden durch äußere Einflüsse wie der Nahrung oder Getränken verursacht werden, wird den Zähnen bei der Zahnabrasion mechanisch ein Schaden hinzugefügt. Hierbei kommt es insbesondere aufgrund von Fehlstellung, Zähneknirschen oder Zähnepressen zu einer Schädigung der Zähne.

Was genau eine Zahnabrasion ist und wie man dessen entgegenwirken kann, können Sie im Folgenden nachlesen.

Was ist eine Abrasion?

Durch nächtliches Zähneknirschen werden enorme muskuläre Kaudruckkräfte ausgelöst. Diese entstehen insbesondere durch nächtliches Zähneknirschen. Das führt nicht nur zu Rissen im Zahnschmelz, sondern auch zu keilförmigen Defekten am Zahnhals und Absplitterungen sowieso Schliffflächen an den Frontzähnen.

Als Abrasion bezeichnen Experten den Abrieb der Zahnsubstanz. Die Kaukraft, welche den Abrieb verursacht, kann dabei zwischenzeitlich bis zu 800 Newton betragen. Diese Phasen können zudem bis zu 40 Minuten anhalten.

Die Ursachen sind dabei sehr unterschiedlich. Sie kann sowohl durch Stress, aber auch durch falsches Zähneputzen entstehen.

Im Kontext der Abrasion erwähnen Experten oftmals auch Bruxismus. Hierbei handel es sich um nächtliches Zähneknirschen. Durch Stress ausgelöstes Zähnepressen wird ebenfalls als Bruxismus bezeichnet. Dieser ist im Umkehrschluss oftmals Auslöser für die Abrasion, denn die Zähne werden dabei mit extremem Druck aneinander gepresst beziehungsweise aneinander gerieben.

Bei der Abrasion wird der Zahnschmelz stark beschädigt. Die Oberfläche der Zähne wird nach und nach immer mehr abgerieben. Dabei besteht nicht nur die Gefahr, dass sich die Zähne verformen, sondern auch dass sich das Kausystem verändert. Die Folge sind dabei oft Funktionsstörungen bis hin zum Zahnverlust.

Durch die Verformung der Zähne in Folge der Abrasion kann es nicht nur zu ästhetischen Einschränkungen kommen, sondern zusätzlich auch zu Einschränkungen in der Mundhygiene. Betroffene leiden oftmals an Mundgeruch. Durch den Abrieb der Zahnsubstanz werden die Zähne teilweise bis auf die Zahninnenräume freigelegt. Dies kann zu starken Schmerzen führen.

Die Ursachen

Ein gesundes Gebiss besteht aus 32 Zähnen. Das Kausystem besteht dabei zudem aus Kaumuskulatur und Kiefergelenken. Die Kaufunktion kann nur dann entsprechend ausgeführt werden, wenn alle zuvor genannten Strukturen im Einklang miteinander funktionieren.

Die Voraussetzung dafür stellen zuvor festgelegte Zahnformen und Zahnlängen dar. Dadurch wird ein zahnradähnliches Ineinandergreifen ermöglicht.

Wenn das Gebiss Zahnlücken oder fehl geformte Zähne aufweist, kann es zu sogenannten Störkontakten kommen. Das heißt die das Kausystem funktioniert nicht mehr wie es grundsätzlich sollte. Die Früh- und Fehlkontakte der Zähne werden dann im Schlaf durch Knirschen abgerieben.

Grundsätzlich kann aber nicht nur eine Zahnfehlstellung eine Abrasion auslösen. Auch andere gesundheitliche Faktoren, wie etwa Stress können eine wichtige Rolle spielen. Stress führt zu Verspannungen in der Muskulatur. Umso größer dieser wird, umso schlimmer werden im Umkehrschluss die Muskelverspannungen. Es wird dadurch ein enormer Druck auf die Zähne und das Kiefergelenk ausgelöst. Schädliche Prozesse werden demnach beschleunigt.

Die Folgen des Zahnsubstanzverlustes

Der Verlust der Zahnhartsubstanz hat unterschiedliche Folgen. Zum einen können ästhetische Folgen wie die Verkürzung der Zähne als Konsequenz auftreten.

In vielen Fällen sind die Zähne beim Sprechen deshalb kaum noch sichtbar. Dabei kann es unter anderem zu Sprachstörungen kommen. Grund hierfür ist das Einfallen der Lippen.

Im Normalfall weist das menschliche Kauverhalten ein vertikales Kaumuster auf. Bei einer Abrasion kommt es in den meisten Fällen zu einem horizontalen Kaumuster. Es ähnelt dem eines Wiederkäuers. Beim Kauen wird der Speisebrei demnach horizontal verkleinert. In vielen Fällen kommt es dadurch außerdem zu einem Verlust der Zahnhöcker an den Eckzähnen. Folge davon ist, dass die Bissführung der Front- beziehungsweise Eckzähne verloren geht. Dies führt zu einer massiven Kompression der Kiefergelenke.

Betroffene leiden oftmals außerdem an Kieferknacken und -schmerzen. In seltenen Fällen kann es außerdem zu einem Tinnitus im Ohr oder anhaltendem Schwindel kommen.

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Behandlungsmöglichkeiten

Das grundsätzliche Behandlungsziel, bei einer Abrasion ist die Wiederherstellung der Zahnästhetik, der Bisshöhe und insbesondere der Kaufunktion.

Je nachdem wie schwer die Abrasion bereits ausgeprägt ist, ist der Behandlungsansatz unterschiedlich. Wenn der Zahnsubstanzverlust bisher nicht ausgeprägt ist, kann es bereits ausreichen minimale Aufbaumaßnahmen umzusetzen. Dadurch kann die Bisshöhe wieder hergestellt und die Beschwerden gelindert werden. Durch das frühzeitige Erkennen der Abrasion können schwere Folgeschäden in den meisten Fällen zudem verhindert werden.

In schweren Fällen sprechen Experten von einem sogenannten Abrasionsgebiss. Dabei kommt es zu einem Verlust der Bisshöhe von mehreren Millimetern im Vergleich zwischen Ober- und Unterkiefer. Ist dies der Fall, ist ein umfassender Behandlungsplan zwingend notwendig. Nur so kann auf Dauer sichergestellt werden, dass sowohl die Zahnästhetik als auch die Kaufunktion wieder hergestellt wird.

Bei einem Abrasionsgebiss führt der behandelnde Arzt eine instrumentelle, aber auch manuelle Funktionsanalyse durch. Gleichzeitig ermittelt der Arzt das Ausmaß und die Ursachen der Abrasion. Im Anschluss wird in den meisten Fällen eine sogenannte Schienentherapie durchgeführt. Dies ermöglicht ein Relaxieren der Muskulatur. Der Kiefer kann sich dadurch neu orientieren.

Dr. med. dent. Barbara Scheiner

Dr. med. dent. Barbara Scheiner, Fachzahnärztin für Kieferorthopädie (CH) hat ihre Promotion im Jahr 2013 erfolgreich in Zürich absolviert. Sie hat sich damit ihren langjährigen Traum erfüllt. Durch die universitäre Fachzahnarztausbildung ebenfalls in Zürich spezialisierte sie sich als Kieferorthopädin und ist seit  2017 nach erfolgreich bestandener Prüfung als “Fachzahnärztin für Kieferorthopädie Schweiz” zertifiziert. 

Seit dem Jahr 2018 ist sie Inhaberin der Praxis We Love Smiles Kieferorthopädie Zürich AG. Ihr Wissen wendet sie in ihrer Schweizer Praxis erfolgreich und mit großer Hingabe an. Ihr Fachgebiet sind Zahnstellungskorrekturen bei  Kindern und Erwachsenen. 

Kundenzufriedenheit und Professionalität stehen dabei immer an erster Stelle. Sie geht dabei äußerst behutsam und schonend vor, sodass sich auch die kleinsten Patienten wohl bei ihr fühlen.