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Zahnspange gegen Zähneknirschen

https://de.wikipedia.org/wiki/Bei%C3%9FkraftUngefähr 30 % der Bevölkerung leiden unter Bruxismus. Dieser Begriff leitet sich vom griechischen ab und bedeutet in etwa so viel wie «knirschen». Das Knirschen und Zusammenpressen der Zähne ist weit verbreitet, wesentlich mehr Frauen als Männer sind davon betroffen. Dabei pressen die Betroffenen oft unwillkürlich die Zähne mit einem großen Druck aufeinander. Aufgrund dessen kommt es über kurz oder lang zu einem erheblichen Abrieb des Zahnschmelzes. Ist die natürliche Schutzschicht des Gebisses jedoch erst einmal in Mitleidenschaft gezogen, haben Karies und Plaque leichtes Spiel. Es drohen irreversible Schäden, bis hin zu Zahnverlust.

Die permanente Druckausübung auf den Kiefer kann jedoch noch andere Folgen haben, wie etwa starke Verspannungen, die Gesichts-, Kopf- oder Nackenschmerzen auslösen. Oft sind sich die Betroffenen noch nicht einmal darüber bewusst, dass die Ursache dieser Probleme auf die Zähne zurückzuführen ist.

Wann Aufbissschienen sinnvoll sind?

Eine Soforthilfe beim Zähneknirschen ist die Verwendung von Schutzschienen aus transparentem Kunststoff. Diese verhindern wirkungsvoll, dass Ober- und Unterkiefer im Schlaf aneinandergepresst werden können. Dabei gibt es unterschiedliche Systeme. Eine hydrostatische Wasserschiene beispielsweise federt den Druck des Kiefers ab und bringt den Ober- und Unterkiefer in eine Position, welche Zähne, Kiefer und Muskulatur im gleichen Maße entlastet.

Okklusionsschienen, im Volksmund auch als «Knirscherschienen» bzw. «Aufbissschienen» bekannt, gehen noch einen Schritt weiter. Sie werden mittels eines Abdrucks individuell an das Gebiss des Patienten angepasst und im Labor gefertigt. Dieses System wird zur Entlastung bei Bruxismus eingesetzt und trägt zur Entlastung und Entspannung der Kaumuskulatur bei. Gleichzeitig verhindert es den weiteren Abrieb des Zahnschmelzes.

Die Entscheidung, wann und ob eine Schiene notwendig ist, obliegt dem Zahnarzt. Oft ist es sinnvoll, bereits beim ersten Verdacht vom Knirschen mit den Zähnen möglichen Folgeschäden entgegenzuwirken. Das Tragen von Zahnschienen ist nur in der Nacht notwendig und wird von den Betroffenen kaum als unangenehm empfunden.

Was ist die Ursache für das Knirschen?

Die Gründe für das Zähnepressen bzw. -knirschen können vielfältig sein. Stress ist einer der Hauptfaktoren, welcher zum nächtlich auftretenden Bruxismus führt. Knirschen kann beispielsweise ein (Vor-)Warnzeichen für Burnout sein. Es gibt jedoch noch weitere Ursachen, welche zum unbeabsichtigten nächtlichen Kautraining der Gesichtsmuskulatur führen können:

  • nächtliche Atemaussetzer
  • Epilepsie
  • Parkinson
  • Durchblutungsstörungen
  • störende Zahnfüllungen oder Kronen
  • ein übermäßig hoher Koffein- oder Alkoholgenuss
  • Hirnblutungen
  • Grunderkrankungen wie etwa Restless-Legs-Syndrom
  • Kiefer- oder Zahnfehlstellungen

Eine Zahnschiene bzw. -Spange gegen das Knirschen kann nur die Symptome bekämpfen und die Zähne schützen. Die Ursache selbst, sofern sie auf eine Erkrankung zurückzuführen ist, sollte mit ärztlicher Hilfe therapiert werden. Das ist auch ratsam, um Folgeschäden zu vermeiden. Auf Medikamente wird nur selten zurückgegriffen.

Mögliche Folgen

Nur wenige Menschen bekommen mit, dass sie von Bruxismus betroffen sind. Zu den klassischen Alarmsignalen gehören:

  • Schmerzen im Kiefer
  • Rückgang des Zahnfleisches
  • Zahnfleischbluten
  • Kieferknacken
  • Risse im Zahnschmelz
  • lockere oder überempfindliche Zähne
  • starker Abrieb an den Kauflächen und Schneidezahnkanten (auch bekannt als Abrasion)
  • Kopfschmerzen
  • morgendliche Schmerzen und Verspannungen im Gesicht, Nacken, Schultern oder Kopf

Wer häufig mit diesen Symptomen aufwacht, sollte umgehend einen Präsenztermin beim Zahnarzt vereinbaren. Es ist jedoch auch nicht ungewöhnlich, dass die Beschwerden erst sehr spät auftreten, wenn die Schädigung an den Zähnen schon weit fortgeschritten ist. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, die regelmäßigen Kontrollbesuche beim Zahnarzt wahrzunehmen.

Hinweis: Nächtliches Zähneknirschen beeinträchtigt nicht nur die eigene Gesundheit, sondern kann auch unangenehm für die Nachtruhe des Partners sein.

Veränderung der Gesichtssymmetrie

Der Druck des nächtlichen Zähneknirschens ist um das 10- bis 30-fache höher als der Kaudruck, der normalerweise beim Zerkleinern von Nahrung entsteht. Durch die ständige Bewegung wird der Kaumuskel permanent ungewollt trainiert. Ähnlich dem gezielten Training zum Aufbau der Körpermuskulatur kommt es auch dabei zu einer Veränderung der Gesichtszüge. Die Masseter-Muskulatur nimmt zu, es kann zu einer ungewollten Veränderung der Gesichtssymmetrie kommen. Im schlimmsten Fall tritt sogar eine einseitige Ausprägung des Kauapparates auf, was sich nicht nur optisch bemerkbar macht, sondern auch zu Komplikationen beim Essen führen kann.

Welche Kosten kommen auf einen zu?

Die Nachtschienen bestehen entweder aus medizinischem Silikon oder aber aus biokompatiblen Kunststoffen. Liegt eine medizinisch notwendige Symptomatik zugrunde, trägt die gesetzliche Krankenkasse die Behandlungskosten für Untersuchung und Diagnostik. Die Kosten für die Knirscherschiene werden vom Patienten selbst getragen. Sie liegen je nach System in der Regel zwischen ungefähr CHF 98.- bis 990.-. Genauere Informationen und detaillierte Kosten kann man bei einem persönlichen Beratungsgespräch beim Zahnarzt oder Kieferorthopäden in Erfahrung bringen.

Dr. med. dent. Barbara Scheiner

Dr. med. dent. Barbara Scheiner, Fachzahnärztin für Kieferorthopädie (CH) hat ihre Promotion im Jahr 2013 erfolgreich in Zürich absolviert. Sie hat sich damit ihren langjährigen Traum erfüllt. Durch die universitäre Fachzahnarztausbildung ebenfalls in Zürich spezialisierte sie sich als Kieferorthopädin und ist seit  2017 nach erfolgreich bestandener Prüfung als “Fachzahnärztin für Kieferorthopädie Schweiz” zertifiziert. 

Seit dem Jahr 2018 ist sie Inhaberin der Praxis We Love Smiles Kieferorthopädie Zürich AG. Ihr Wissen wendet sie in ihrer Schweizer Praxis erfolgreich und mit großer Hingabe an. Ihr Fachgebiet sind Zahnstellungskorrekturen bei  Kindern und Erwachsenen. 

Kundenzufriedenheit und Professionalität stehen dabei immer an erster Stelle. Sie geht dabei äußerst behutsam und schonend vor, sodass sich auch die kleinsten Patienten wohl bei ihr fühlen.