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Zahnspange Schmerzen – Wie schlimm ist es wirklich?

Immer mehr Menschen träumen von schönen und geraden Zähnen. Kein Wunder – denn dies gilt schon lange als Schönheitsideal. Viele Erwachsene entscheiden sich deshalb dafür auch im Erwachsenenalter nochmals dazu, den Kieferorthopäden aufzusuchen, um die Zähne dementsprechend richten zu lassen.

Durch die Anwendung von verschiedenen Verfahren und Techniken kann der Kieferorthopäde selbst im erwachsenen Alter für ein ästhetisches Ergebnis sorgen. Eine festsitzende Zahnspange ist dabei, je nach Fehlstellung, aber oftmals unumgänglich. Wie stark sind die Schmerzen dabei wirklich? Warum entstehen Schmerzen durch eine Zahnspange und wie können die Schmerzen reduziert werden?

Warum verursacht eine Zahnspange Schmerzen?

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Patienten, denen eine feste Zahnspange eingesetzt wurde, an Schmerzen im Kiefer leiden. Die Schmerzen können dabei jedoch nicht nur durch eine feste, sondern auch durch das Tragen einer losen Zahnspange ausgelöst werden.

Die Mundhöhle sowie die Zähne und der gesamte Mundraum müssen sich an den neuen Zustand anpassen. Durch die Zahnspange haben nicht nur die Lippen und die Zunge, sondern auch die Wangen weniger Platz und müssen sich neu justieren. Insbesondere bei einer festen Zahnspange kann es in den ersten Tagen zu einer Reizung der Schleimhäute, aber auch zu kleinen Wunden kommen. Diese werden durch die Brackets oder die Drähte verursacht und sind leider keine Seltenheit.

Durch den Fremdkörper im Mund wird der Speichelfluss angeregt. Der gesamte Mundraum ist im Zeitraum der Eingewöhnung bei den meisten Menschen sehr empfindlich. Es muss deshalb unbedingt auf eine entsprechende Nahrungsaufnahme geachtet werden. Vermeiden Sie zu feste Nahrung innerhalb der ersten Tage.

Drähte, die im Mundraum abstehen, können ebenfalls Schmerzen und Reizungen auslösen. Es ist deshalb wichtig, dass Sie Ihren Kieferorthopäden unbedingt über abstehende Drähte informieren. Dieser kann die Drähte erneut justieren und Ihnen dadurch Erleichterung verschaffen. Die Drähte können außerdem Wunden im Mundraum verursachen und müssen schon allein aus dem Grund dringend korrigiert werden.

Die Enden der Drähte müssen in jedem Fall abgerundet sein. Nur so können unnötige Verletzungen der Mundschleimhäute reduziert beziehungsweise vollkommen verhindert werden.

Eine Zahnspange kann allerdings nicht nur Schmerzen der Weichgewebe, sondern zudem Schmerzen im gesamten Bereich der Mundhöhle auslösen. Selbst klassische Zahnschmerzen sind keine Seltenheit. Durch die Zahnspange entsteht eine entsprechende Druck- bzw. Zugbelastung auf die Zähne. Dies ist nötig, um die Zähne in die gewünschte Richtung zu arretieren. Insbesondere am Anfang können die Schmerzen stark ausgeprägt und äußerst unangenehm sein. Im Normalfall klingen die Schmerzen nach der ersten Eingewöhnungsphase jedoch wieder ab.

Sobald ein neuer Draht eingesetzt wird oder eine andere Drahtstärke verwendet wird, kann es jedoch erneut zu Schmerzen kommen. Dabei treten die Beschwerden jedoch meistens nur kurzzeitig auf. Das erneute Festziehen oder Justieren der Drähte kann ebenfalls Schmerzen auslösen. Es ist deshalb möglich, dass Sie sogar beim Kauen Schmerzen verspüren. Die Schmerzen können dabei so stark sein, dass es schwer ist harte Nahrung zu sich zu nehmen. Die Aufnahme von weicher Nahrung in den ersten Tagen kann zu einer Linderung der Schmerzen führen.

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Feste Zahnspange – Was kann man gegen die Schmerzen machen?

Wunden im Mundraum sind besonders unangenehm. Diese werden meist durch spitze oder abstehende Drähte ausgelöst. Sogenanntes Dentalwachs kann Ihnen dabei helfen, die Stellen auszukleiden und dadurch die entsprechenden Beschwerden zu lindern. Die wunde Stelle im Mundraum kann heilen und die Beschwerden werden langfristig abklingen.

Falls die Wunde im Mundraum zu groß ist, kann es sein, dass das Verkleiden mit Wachs nicht ausreichend ist. Sprechen Sie in diesem Fall unbedingt mit Ihrem Kieferorthopäden. Er kann ein sogenanntes Oberflächenanästhetikum auftragen. Dies betäubt die betroffenen Stellen und hilft Ihnen dabei gegen die Schmerzen.

Mundspülungen können Ihnen ebenfalls beim Heilen von Wunden helfen. Die Spülung hat eine antibakterielle Wirkung und tötet damit vorhandene Bakterien ab. Die entsprechende Spülung können Sie in der Apotheke kaufen. Sie ist nicht verschreibungspflichtig und deshalb frei verkäuflich.

Vielen Betroffenen hilft außerdem der Verzehr von kalten Speisen und Getränken. Das Lutschen von Eis kann abschwellend wirken und hilft deshalb dabei die Schmerzen zu lindern. Alternativ können Sie den Mundbereich auch mit kalten Kompressen kühlen.

Altbewährte Hausmittel wie das Gurgeln von Salbeitee können Ihnen ebenfalls dabei helfen die Schmerzen im Mundraum zu reduzieren. Salbeitee wird entzündungshemmend und eignet sich aus diesem Grund insbesondere dann, wenn sie über Wunden im Mundraum verfügen.

Grundsätzlich gilt aber, dass falls die Schmerzen zu stark sind, sollten Sie in jedem Fall Ihren Kieferorthopäden aufsuchen. Er kann Ihnen dabei helfen den Schmerzen auf den Grund zu gehen und diese dann entsprechend zu beheben.

Wie lange halten Schmerzen nach Einsetzen der festen Zahnspange an?   

Nachdem die Zahnspange eingesetzt wurde, kann es insbesondere am Anfang zu Schmerzen im Mundraum kommen. Dies halten in den meisten Fällen jedoch nur eine kurze Zeit an.

Sowohl die Schleimhäute, als auch das Gewebe in der Mundhöhle muss sich an den neuen Zustand gewöhnen. Oftmals handelt es sich dabei unter anderem um einen Druckschmerz. Dieser wird durch den Zug der Drähte ausgelöst und verschwindet nach ein paar Tagen.

Die meisten Patienten berichten, dass die Schmerzen nach dem Einsetzen der Zahnspange spätestens nach ein bis zwei Wochen deutlich weniger sind oder bereits ganz verschwunden sind. Ihre Zähne müssen sich an die neue Belastung, den Zug sowie den Druck gewöhnen.

Nach dem Einsetzen der Zahnspange muss diese in regelmäßigen Abständen entsprechend adaptiert werden. Insbesondere ein Wechsel des Drahtes kann deshalb dafür sorgen, dass Sie erneut einen gesteigerten Druck empfinden. In den meisten Fällen sind die Beschwerden dabei allerdings nur temporär und verschwinden dann nach einigen Tagen wieder.

Leiden Sie dennoch weiterhin an Schmerzen, sollten Sie dringend nochmals Ihren Kieferorthopäden aufsuchen.

Wie lange halten Schmerzen nach Einsetzen einer losen Zahnspange an?   

Das Einsetzen einer losen Zahnspange löst grundsätzlich deutlich weniger Beschwerden aus als das Einsetzen einer festen Zahnspange. Je nachdem wie stark die Fehlstellung ist, wird eine lose Zahnspange oftmals sogar nur nachts getragen.

Die lose Zahnspange wird meistens durch den Patienten selbst weitergedreht. Kurz nach dem Verstellen der entsprechenden Schrauben kann es erneut zu einem Druckgefühl kommen. Dies hängt damit zusammen, dass der Kiefer entsprechend gedehnt wird und die Zähne in die gewünschte Position geschoben werden.

Meistens lassen die Schmerzen dann allerdings bereits zwei bis drei Tage später wieder nach. Falls nicht, sollten Sie Ihren Kieferorthopäden aufsuchen. Grundsätzlich gehört ein leichtes Druckgefühl zum Tragen einer Zahnspange dazu. Die Schmerzen sollten dabei allerdings nicht so groß sein, dass sie nicht mehr aushaltbar sind. Besprechen Sie sich dazu mit Ihrem Kieferorthopäden.

Dr. med. dent. Barbara Scheiner

Dr. med. dent. Barbara Scheiner, Fachzahnärztin für Kieferorthopädie (CH) hat ihre Promotion im Jahr 2013 erfolgreich in Zürich absolviert. Sie hat sich damit ihren langjährigen Traum erfüllt. Durch die universitäre Fachzahnarztausbildung ebenfalls in Zürich spezialisierte sie sich als Kieferorthopädin und ist seit  2017 nach erfolgreich bestandener Prüfung als “Fachzahnärztin für Kieferorthopädie Schweiz” zertifiziert. 

Seit dem Jahr 2018 ist sie Inhaberin der Praxis We Love Smiles Kieferorthopädie Zürich AG. Ihr Wissen wendet sie in ihrer Schweizer Praxis erfolgreich und mit großer Hingabe an. Ihr Fachgebiet sind Zahnstellungskorrekturen bei  Kindern und Erwachsenen. 

Kundenzufriedenheit und Professionalität stehen dabei immer an erster Stelle. Sie geht dabei äußerst behutsam und schonend vor, sodass sich auch die kleinsten Patienten wohl bei ihr fühlen.