Feste Zahnspange und das Essen: Diese Tricks helfen bei der Nahrungsaufnahme

Diese kieferorthopädische Behandlung wird häufig in Kindes- bzw. Jugendalter vorgenommen. Doch die medizinische Zahnregulierung ist für die Patienten eine Herausforderung und setzt nicht nur den regelmäßigen Besuch beim Kieferorthopäden voraus. Eine relevante Rolle spielt zudem das Thema «Essen». Denn auch hier muss einiges beachtet werden, um die Maßnahme erfolgreich und zügig abschließen zu können.

Allgemeine Hinweise

Es gibt mehrere Gründe, warum man beim Essen mit einer festen Zahnspange einiges berücksichtigen muss. Direkt nach dem Anbringen der Brackets sowie bei der regelmäßigen Nachjustierung der Metalldrähte, sind die Zähne sehr druckempfindlich. In den ersten Tagen möchte man «weichen» Speisen, wie etwa Suppe oder Brei, den Vorzug geben. Das ist vollkommen legitim, stellt aber keinen Dauerzustand dar. Sobald der unangenehme Druck weg ist, erweitert sich auch die Liste der Nahrungsmittel, welche man problemlos zu sich nehmen kann.

Auf lange Sicht gesehen gewöhnen sich die Zähne an die feste Spange. Die Empfindlichkeit und das Druckgefühl lassen nach. Um die Behandlungsdauer nicht unnötig in die Länge zu ziehen, sollte auch der Patient aktiv mitwirken und gewisse Abläufe im Alltag anpassen. Das bedeutet beispielsweise, dass eine spezielle Reinigung eingehalten und einige Lebensmittel gemieden werden sollten.

Was darf gegessen werden?

Bestimmte Bestandteile von Speisen neigen dazu, sich zwischen den Zähnen und Spange abzusetzen. Die Beseitigung ist mühevoll und langwierig. Harte Lebensmittel, wie beispielsweise Karotten, üben mechanischen Druck auf das Gebiss und die Brackets aus. Oft kommt es zu Beschädigungen an letzteren.

Eine kleine Liste von Nahrungsmitteln, welche problemlos während der Behandlungszeit gegessen werden können:

  • Gemüsepüree
  • gedünstetes oder geschmortes Gemüse
  • Kartoffelgerichte, wie beispielsweise Kartoffelbrei oder Bratkartoffeln
  • Suppen aller Art
  • Eier (sind selten hart)
  • Bananen
  • Nudeln
  • weiches Fleisch
  • weicher Käse
  • Weißbrot
  • Joghurt
  • Fischfilet -gut durchgebraten zerfällt es fast von allein
  • Gerichte mit Hackfleisch
  • Milchspeisen aller Art

Kurz gesagt: Erlaubt ist, was sich nicht in den Zwischenräumen der Zähne festsetzen kann und auch keine große Belastung der vorderen Kauapparatur darstellt.

Harte Speisen – Verzicht auf Zeit

Ein paar Lebensmittel sind während der zahnmedizinischen Behandlung mit einer festen Spange ungeeignet und sollten in der Zeit gemieden werden.

  • klebrige Süßigkeiten, wie etwa Sahnebonbons und Kaugummi
  • Nüsse
  • hartes Obst und Gemüse
  • lang fasriges Gemüse, wie Sauerkraut oder Spinat
  • zu fein geschnittenes Gemüse und Salate (kann sich leicht in der Zahnspange festsetzen)
  • knusprige Lebensmittel, wie gegrilltes Fleisch und Brötchen
  • rohes Hackfleisch
  • Müsli
  • Popcorn
  • zuckerhaltige Getränke

Besonders klebrige Nahrung kann sich hartnäckig um die Zahnspange wickeln und eine zeitintensive Reinigung notwendig machen. Die Gefahr von Karies steigt.

Eine Frage der Routine – Gewohnheiten umstellen

Ohne eine Umstellung der täglichen Essgewohnheiten erhöht sich das Risiko, dass der Zahnpflege-Aufwand steigt und die Elemente der festen Zahnspange beschädigt werden. Die Tragedauer und die Kosten können sich erhöhen. Einige Tipps, um das zu verhindern:

Langsam essen: Dieser Punkt hat mehrere Vorteile. Zum einen isst man bewusster und kann dadurch auf die richtigen Kaubewegungen achten. Zum anderen werden die Speisen besser zerteilt und der Körper nimmt die Nährstoffe effektiver auf.

Mit den Backenzähnen kauen: Die Eck- und vorderen Backenzähne zum Kauen nutzen. Das minimiert die Belastung der vorderen Kau-Apparatur bzw. der dort befindlichen Drähte und Brackets.

Kleine Bissen essen: Auch auf harte Lebensmittel, wie beispielsweise Karotten, knuspriges Brot oder gegrilltes Fleisch, muss nicht komplett verzichtet werden. In kleine Stücke geschnitten und langsam gekaut, stellen sie kein Risiko dar.

Viel Trinken: Ein Ratschlag, der nicht nur beim Tragen einer festen Zahnspange nützlich ist. Im Allgemeinen sollte man während des Essens ausreichend Wasser zu sich zu nehmen. Die Zähne werden umspült, wodurch sich weniger Reste im Gebiss absetzen. Gleichzeitig tritt das Sättigungsgefühl früher ein.

Nach jeder Mahlzeit Zähneputzen: Eine regelmäßige Reinigung sorgt dafür, dass abgelagerte Essensreste sofort entfernt werden. Zahnfleischentzündungen und Karies können dadurch erst gar nicht entstehen. Ist eine ausgiebige Reinigung nicht möglich, beispielsweise während der Schulzeit, dann sollte man zumindest eine gründliche Mundspülung direkt nach dem Essen vornehmen.

Zur täglichen Hygiene gehört auch die Verwendung von Zahnseide. Dabei keine Gewalt ausüben und nur die ohne Draht zugänglichen Zahnzwischenräume reinigen.

Häufig gestellte Fragen:

Wie isst man mit fester Spange?

Die Nahrungsaufnahme muss bewusster und langsam erfolgen. Auf das Abbeißen harter Speisen, wie etwa Brotkanten oder ganze Äpfel, sollte man verzichten. Empfehlenswerter ist es, die Nahrungsmittel vor dem Essen in handliche Stücke zu schneiden. Zusätzlich hat sich viel Wassertrinken bewährt.

Wann kann man wieder normal essen?

Sobald das Druckgefühl und die Empfindlichkeit nachgelassen haben, kann man, mit einigen Abstrichen, wieder normale Speisen zu sich nehmen. Meist ist das spätestens 14 Tage nach dem Einsetzen der festen Zahnspange der Fall.

Was tun, wenn Brackets oder Draht sich lösen?

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es passieren, dass sich ein Bracket vom Zahn löst oder der Draht aus seiner Fixierung rutscht. Kontaktieren Sie uns in einem derartigen Fall und vereinbaren Sie einen Termin.

Kann man Chips essen?

Chips sind nicht hart und somit keine Gefahr für die feste Zahnspange. Nach dem Konsum ist jedoch eine intensive Reinigung der Zähne ratsam.

Dr. med. dent. Barbara Scheiner

Dr. med. dent. Barbara Scheiner, Fachzahnärztin für Kieferorthopädie (CH) hat ihre Promotion im Jahr 2013 erfolgreich in Zürich absolviert. Sie hat sich damit ihren langjährigen Traum erfüllt. Durch die universitäre Fachzahnarztausbildung ebenfalls in Zürich spezialisierte sie sich als Kieferorthopädin und ist seit  2017 nach erfolgreich bestandener Prüfung als “Fachzahnärztin für Kieferorthopädie Schweiz” zertifiziert. 

Seit dem Jahr 2018 ist sie Inhaberin der Praxis We Love Smiles Kieferorthopädie Zürich AG. Ihr Wissen wendet sie in ihrer Schweizer Praxis erfolgreich und mit großer Hingabe an. Ihr Fachgebiet sind Zahnstellungskorrekturen bei  Kindern und Erwachsenen. 

Kundenzufriedenheit und Professionalität stehen dabei immer an erster Stelle. Sie geht dabei äußerst behutsam und schonend vor, sodass sich auch die kleinsten Patienten wohl bei ihr fühlen.